Falten und Stapeln (2007)


 




Die Kombination aus Stapelung und Faltung bricht die plane Oberfläche des Materials auf und erzeugt eine Topologie der Redundanz: Meine Faltungen zwingen die zweidimensionale Fläche in den dreidimensionalen Raum. ​Die Stapelungen transformieren dabei das banale Einzelobjekt in eine monumentale Masse, die ein neuartiges Verhältnis von Schwerkraft und Ordnung thematisiert. Die Strukturen meiner Stapel evozieren eine organische Komplexität ohne jede naturwissenschaftliche Logik oder Präzision. Anders als in der Realität entsteht bei meinen vertikale  Akkumulationen von Papieren oder vergleichbaren Materialien keine Chronologie, in der das Gewicht der oberen Schichten die unteren deformiert. 

Durch die Faltung bricht sich das einfallende Licht nicht nur an der Oberfläche, sondern dringt in die Zwischenräume ein. Durch die Stapelung entstehen rhythmische Lichteffekte, die dem Werk seine visuelle Plastizität verleihen.
 

"Napp-Zinn nutzt den Stapel nicht als bloßen Haufen, sondern als archivarische Ordnung. Er schichtet Informationen, Bildfragmente oder Papiere übereinander, um die Komplexität unserer Wahrnehmung darzustellen. Das Motiv wird hierbei nicht durch den Inhalt des Papiers, sondern durch die rhythmische Wiederholung seiner Kanten und Knicke definiert, was den Betrachter zur Auseinandersetzung mit der reinen Phänomenologie der Form zwingt." (Google)