Übers Bauen und Wohnen (2005-2007)



 





Übers Bauen



Das Bauen fungiert in meinen architektonischen Darstellungen oft als eine zeichenhafte Verdichtung menschlicher Existenzentwürfe und weltanschaulicher Systeme (siehe auch 'Nine Eleven'). ​Dabei wird das bauliche Element nicht bloß als räumliche Kulisse begriffen, sondern als ein Bedeutungsträger, der über seine materiale Präsenz auf spezifische philosophische Grundhaltungen oder soziokulturelle Lebensweisen verweist. So kann beispielsweise die Darstellung strenger geometrischer Strukturen oder klassischer Säulenordnungen als eine Visualisierung rationalistischer Ordnungsprinzipien und der Sehnsucht nach einer stabilen, vernunftgeleiteten Weltdeutung interpretiert werden, während das Motiv der Ruine oder fragmentierter Bauteile auf die Vergänglichkeit oder das prekäre Verhältnis zwischen menschlicher Schöpfung und der Übermacht natürlicher Zeitläufe hindeuten kann. ​Durch die bewusste Setzung von Licht und Schatten auf architektonischen Oberflächen kann das Gebäude auch zum Spiegelbild innerer seelischer Verfassungen oder religiöser Transzendenzvorstellungen werden.




















































Übers Wohnen



Das Wohnen, versinnbildlicht durch Möbelstücke, insbesondere durch Sitzmöbel, dient als Indikator für soziale Positionierungen und  zugrunde liegende Lebensphilosophien. ​Während Architektur den Makrokosmos der Weltdeutung definiert, konkretisiert das (Sitz-)möbel als unmittelbare Schnittstelle zwischen Körper und Raum die individuelle Haltung zur Welt. ​Ein thronartiger Sessel symbolisiert z. B. den Anspruch auf Autorität, Distanz oder eine hierarchisch strukturierte Lebensweise, während konventionelle, banale Sitzgelegenheiten auf Ideale der bürgerlichen Intimität, der Muße oder einer bewusst entspannten, egalitären Daseinsgestaltung verweisen.